Prolog
Aufgrund
seiner physisch eher schwachen Anlagen musste der Mensch sich Lösungen
überlegen, diese Mängel auszugleichen. Die Fortentwicklung des menschlichen
Gehirns ermöglichte es, Geräte und Werkzeuge zu schaffen, die das
Überleben in einer gnadenlosen Umwelt erleichterten. Diese reichen
von scharfkantig abgeschlagenen, steinernen Faustkeilen zum Zerlegen
der Beute über die Steinaxt zum Fällen von Bäumen bis hin zu Speer
und Bogen für die Jagd. Mit diesen Werkzeugen konnten der Mensch
auch größere, ihm physisch weit überlegene Tiere erlegen und auf
einen Schlag die Versorgung mit Nahrung für mehrere Wochen gewährleisten.
Waren die Werkzeuge anfangs nur zu einer Schaffung besser Lebensumstände
gedacht, so wurden sie im Laufe der Zeit perfektioniert und auch
effektiv im Einsatz gegen die Mitmenschen, um sich z.B. bessere
Jagdgründe sichern zu können. Der Übergang vom Werkzeug zur Waffe
ist fließend, und oft entscheidet nur der Charakter des Menschen,
der sich bis heute bedauerlicher Weise nicht wesentlich geändert
hat, über einen kreativen oder zerstörerischen Einsatz.
Der Aggressor bedient sich der Waffe zum Angriff, aber sie gilt
auch der Selbstverteidigung und genügt oft zur Abschreckung. Waffen
sind und waren auch Statussymbole und spiegelten in früherer Zeit
oft den letzten Stand an technischem Know-How und gestalterischer
Kunstfertigkeit wieder, weshalb ihre wissenschaftliche Rezeption
lange Zeit rein auf die Kunstgeschichte beschränkt war. Dieser Betrachtung
versucht der Verein weitere Aspekte hinzuzufügen.
Um die Geschichte und den Menschen an sich besser zu verstehen
ist es von Interesse, sich neben den sozialen Entwicklungen mit
den Waffen, ihrer Funktionsweise und deren Auswirkungen auf die
jeweiligen Zeit zu beschäftigen - allzu oft wurde der Verlauf der
Geschichte durch den Einsatz von Waffen in neue Bahnen gelenkt.
Mögen die Opfer der furchtbaren Kriege der vergangenen Jahrhunderte
nicht in Vergessenheit geraten und uns ständig an die Verantwortung
und Pflicht zur Wahrung des Friedens mahnen.
Der Verein
Die Gesellschaft zur Erforschung und Erprobung historischer Waffen
e.V. hat sich daher zum Ziel gesetzt, Waffen im zeitlichen Rahmen
von der Antike bis zum 19. Jh. zu erforschen, zu protokollieren
und auch auf ihre Verwendung und Leistung hin zu untersuchen.
Neben dem Bereitstellen dieser Informationen für jeden Interessierten,
ist es auch ihr erklärtes Ziel, den Informationsaustausch und die
Zusammenarbeit mit verschiedensten Organisationen, Vereinen und
Museen zu pflegen.
Wir möchten mit dieser Arbeit eine Brücke zwischen Archäologen,
Kuratoren mit waffentechnischen Sammlungen, ambitionierten Waffensammlern,
historischen Fechtern, Vorderladerschützen und schlussendlich interessierten
Museumsbesuchern schlagen.
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